Im Gedenken an Hugo Schellinger (1904 – 1964)

Dem am 14.02.1904 geborenen und 1964 verstorbenen Chorleiter Hugo Schellinger verdankt der Liederkranz 1888 Belsen e.V. nicht nur eine insgesamt über mehr als 20 Jahre dauernde engagierte Chorleitertätigkeit sondern auch eine ganze Reihe von selbst komponierten Chorsätzen und die Wiederbelebung des Chors nach schwerer Zeit.

Kurz ein Blick in die Vergangenheit:

Die Jahre zwischen 1929 und 1936 waren für den Liederkranz Belsen die schwierigsten in der Vereinsgeschichte.
Zahlreiche Austritte und die Aufforderung der NSDAP, Kommunisten aus dem Chor auszuschließen, hatten den Verein an den Rand seiner Existenz gebracht.
Eine Wende trat erst ein, als am 17. April 1934 Erwin Felger den Vorsitz übernahm.
Am 4. November 1936 konnte Hugo Schellinger als Dirigent gewonnen werden und mit ihm erlebte der Chor einen neuen Aufschwung.
Neue Sänger kamen hinzu und so konnte im Jahr 1938 das fünfzigjährige Jubiläum des Chors mit einem Festwochenende gefeiert werden.

Bis 1947 war Hugo Schellinger offiziell Chorleiter, aber durch den Ausbruch des II. Weltkrieges endete die Sangesaktivität des Vereins schon im Jahr 1940.

Nach fast achtjähriger Unterbrechung , nämlich am 28. Dezember 1947, trafen sich die Überlebenden des Krieges im Gasthaus  „Sonne" zu einer Wiedergründungsversammlung.

Diese war nötig geworden, weil der Verein durch die Besatzungsmächte aufgelöst worden war.

Da sich Hugo Schellinger noch in Kriegsgefangenschaft befand übernahm Wilhelm Priester die Chorleitung und unter ihm nahm der Chor im Januar 1948 mit 18 Sängern seine Singstunden wieder auf.
Im November 1949 übernahm dann der aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Hugo Schellinger wieder den Dirigentenstab.

Das erste Steinlachsängertreffen fand dann anlässlich des 25-jährigen Dirigentenjubiläums von Hugo Schellinger 1952 in Mössingen statt.

Bis zu seinem Tode am 20. Januar 1964 leitete er den Chor und verfasste mehrere Männerchorsätze für ihn, unter anderem das bekannte

Belsen, 31. Januar 2004
Martin Rath / Karl Gruber

Steinlachlied

Text und Musik: Hugo Schellinger

Steinlachlied (mp3 - 2,4 MB, 27.10.2017)

Gottes Erde weit und prächtig
hat der schönen Stätten viel,
aber keine die so mächtig
wie die Heimat mir gefiel.
Wo ich auch mag geh´n und wallen
immer wieder wird mir klar
: nirgends kann’s mir so gefallen
wie daheim im Steinlachtal :

Nirgends rauscht der Wald so traulich
wie daheim am Steinlachstrand
nirgends wallt der Fluss beschaulich
gern verweilend durch das Land
Sanfte Höhen lichte Weiten
Bergesketten in der Rund
: und das Volk zu allen Zeiten
treu und wahr aus Herzensgrund :

Gottes Erde weit und prächtig
hat der schönen Stätten viel,
aber eine nur bleibt mächtig
ewig meiner Sehnsucht Ziel.
Mag auch jedes Schicksal treiben
um die Welt mich wunderbar
: immer wird mein Herz dort bleiben
in dem schönen Steinlachtal :


Im Februar 2007 hat die "Schellinger-Tradition" eine Fortsetzung gefunden:
seit diesem Datum dirigiert Johannes Schellinger, ein Großneffe von Hugo Schellinger, den Liederkranz 1888 Belsen e.V.